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Montag, 5. Dezember 2011

Griechenland, oh Griechenland

Aloha Freunde,

könnt ihr euch noch an die Solidarpakete erinnern, die wir als Schüler an arme Kinder verschickt haben? Wir haben Flaschen, Altpapier, ect. gesammelt und mit diesem Erlös sinnvolle Sachen für die Kinder gekauft.
Ich sag mal, es ist Zeit an diese Traditionen anzuknüpfen "Kinderpaket 2.0". Kiek mal hier;

Mal wieder eine Momentaufnahme aus Griechenland

Es ist es mal wieder Zeit für einen Bericht von „vor Ort“. Ich habe mich mit einer deftigen Grippe rumgeschlagen, jetzt ist der Kopf wieder klar genug für ein längeres Posting und nicht nur für Querverweise.

Was die soziale Lage vor Ort betrifft, so muss ich aufpassen, nicht in Katastrophismus und Gejammere zu verfallen. Nicht mich persönlich betrifft das, Gott sei Dank. Ich versuche das mal, in recht dürre Worte zu fassen. Die Krise hat nunmehr die „unteren Schichten“ voll erfasst. Die Medien sind mehr und mehr voll von Berichten über Hunger, Obdachlosigkeit, Verzweiflung. Auch in meinem Umfeld kenne ich nunmehr mehrere Familien, die vor dem absoluten Nichts stehen. Keine (NULL) Einnahmen, weil es ein soziales Netz in Griechenland nicht gibt. Sie sitzen in kalten Häusern (in Nordgriechenland derzeit Nachttemperaturen gegen Null, tagsüber maximal 10) und freuen sich, wenn Bekannte vorbei kommen und etwas zu Essen vorbei bringen. Ein wenig Brot zaubert ein Lächeln auf die Lippen.

Ich kenne Kinder, die keine Winterschuhe haben, keine warme Jacke. Es ist erschreckend, wie schnell das ging – und (mal ganz ehrlich), es macht auch sprachlos. Ich gehöre zur privilegierten Generation, ich kannte keine Not. Alles wenn dann nur aus dem Fernsehen oder Büchern. Jetzt ist es in der Nachbarschaft, bei Freunden angekommen. Wie gesagt, kein Gejammere. Nur eine Nachricht an alle, die so was immer noch nicht für wirklich möglich halten, für surreal da außerhalb des Erfahrungshorizontes: Es geht schnell. Sehr schnell.

Heute war ein relativ windstiller Tag. Die Luft ist durchzogen von Rauchschwaden. Über Thessaloniki hängt dicker Smog wie sonst im Sommer. Die Menschen heizen mit Holz. Heizöl ist zu teuer geworden. Heute wieder gesehen: Ein alter Mann, der einen Bollerwagen mit Reisig hinter sich her zog. Ich wollte, ich wäre die kleine Hexe, die den Reisigweibern ihre Körbe voll gehext hat. (Anmerkung noch mal: Es kann ja sein, dass sich jetzt Zyniker und SchlauscheiXXer drüber lustig machen und meinen: „Was hast Du erwartet?“ Ich habe nichts anderes erwartet. Aber ich will einfach zum Ausdruck bringen, dass es was anderes ist, darüber zu rabulieren und in Internetforen zu diskutieren – oder es zu sehen)

An den Straßen verkaufen Menschen das, was sie grad anzubieten haben. Eier, ein paar Kräuter, selbst gestrickte Socken ...

Die „mittleren Schichten“ sind verzweifelt. Denn sie wissen, dass sie nur noch ein Schrittchen von all dem entfernt sind. Das Schlimmste ist wirklich die Hoffnungslosigkeit. Keiner weiß, wie es weiter gehen soll. Und die Troika spricht von weiteren Austeritätsmaßnahmen als Voraussetzung für das nächste „Hilfspaket.“ In Milliardenhöhe. Fünf Pensionsfonds sind pleite.

Die Politik: Chaos. Der neue Premier Papademos ist quasi von der Bildfläche verschwunden. Die Medien berichteten von seinem Brief an EU, IWF und EZB – und davon, dass er seine Minister ermahnt habe, ihre Arbeit zu tun. Sonst: Nichts. Die Regierung ist zerstritten, zur gestrigen Kabinettsitzung sind die Leute von der Nea Demokratia gar nicht erst gekommen. Man will sich die Hände nicht schmutzig machen.

Ansonsten schwelt (von den MSM nicht thematisiert) eine starke nationalistische Unterströmung. Die Nea Demokratia hat eine parteiinterne Debatte am Laufen, in der sich Ultras mit Gemäßigten die Köpfe einschlagen. Ich habe neulich schon davon berichtet, dass die Nationalisten in GR eine Renaissance erleben.

Von den Wahlen im Februar spricht im Moment keiner mehr. Überhaupt gibt es kaum bis keine wirklichen politischen Nachrichten mehr. Alles bibbert nur noch, ob es die sechste Tranche geben wird – nur um zu wissen, dass das ein Pflästerchen für wenige Wochen bis eher Tage sind.
Tagesaufnahme von hier

Bild von hier

Es fiel kein Schuss, keine Soldaten marschierten, kein Parlament wurde von Panzern belagert. Für den weichen Staatsstreich, der jüngst in Griechenland und Italien stattgefunden hat, war nichts dergleichen notwendig. Die Finanzmärkte haben mithilfe der Parlamente geputscht.

Die schnell installierten Regierungen der nationalen Einheit in Griechenland und in Italien sind deshalb ein weicher Staatsstreich, weil in der Hülle der Experten und Technokraten jetzt Statthalter der Euro-Finanzmärkte, des Bank- und Industriekapitals direkt die Macht übernommen haben. Der neue konservative griechische Premier Lucas Papademos war Chef der griechischen Zentralbank und später Vizepräsident der Europäischen Zentralbank.
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Ein Schelm, wer Arges dabei denkt: Treffen der Bilderberger 2011 - die üblichen Verdächtigen hier!


Es gibt Tage, an denen man einfach nur brechen möchte!

Bild von hier

aaaaaaaaaaaaaaargh
Icke

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